Tagung

Zukunft Bildungschancen

WANN

Mittwoch bis Freitag
15.-17. September 2021

WO

Online
von zuhause und überall


Auf der Tagung fragen wir uns:
  • Welche Faktoren sind verantwortlich dafür, dass Kinder unterschiedlich erfolgreich sind?
  • Welche Gründe nennt die Forschung für die ungleichen Startchancen von Kindern und Jugendlichen und welche Rolle spielen Mehrsprachigkeit, Diversität oder die Verteilung von Ressourcen?
  • Kann Digitalisierung einen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit leisten?
  • Welche Projekte, Konzepte, Methoden und Lernformate geben uns Ideen dafür, wie wir die Zukunft von Kindern gerechter gestalten können?
  • Gibt es Länder, die mit ihrem Bildungssystem besonders erfolgreich sind und was können wir von ihnen lernen?
  • Wie lernen Kinder und Jugendliche im 21. Jahrhundert und wie können wir diese Lernwelten gestalten?
Was Sie erwartet:
  • Erleben Sie drei Tage Input von Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis online – bequem von zuhause und überall
  • Diskutieren Sie mit führenden Bildungsexpert*innen, internationalen Keynote-Speakern und erfahrenen Praktiker*innen
  • Lassen Sie sich von zahlreichen Vorträgen, Workshops und innovativen Formaten inspirieren
  • Nehmen Sie Denkanstöße mit zu den Themen #strukturen #ressourcen #mehrsprachigkeit #digitalisierung und #diversity
  • Tauschen Sie sich mit anderen Teilnehmenden aus und knüpfen Sie neue Kontakte
  • Die Tagung ist Höhepunkt des ZfL-Themenjahres 2021 „Zukunft Bildungschancen“.


Big Idea

Warum wir diese Tagung veranstalten

11 Millionen Schüler*innen besuchen zurzeit in Deutschland eine Schule. Ihre schulische Bildung sichert ihnen nicht nur eine selbstbestimmte Zukunft, sie trägt auch zur Weiterentwicklung der Gesellschaft als Ganzes bei. Bildungschancen in Deutschland sind jedoch nicht gleich verteilt. Studien belegen, dass der Bildungserfolg in Deutschland nach wie vor von der sozialen Herkunft der Schüler*innen abhängt. Kinder aus bildungsbenachteiligten Elternhäusern haben es demnach schwerer im deutschen Bildungssystem zu bestehen oder sogar aufzusteigen als Akademikerkinder. Zu diesem Ergebnis kommt auch die jüngste Pisa-Studie von Dezember 2019. Sie bestätigt zudem, dass der akute Lehrkräftemangel in Deutschland das Problem zusätzlich verschärft.

Wir brauchen neue Bildungskonzepte

Trotz breiter Zustimmung in der Bevölkerung zu Maßnahmen für mehr Bildungsgerechtigkeit fehlt es bisher an wirksamen Konzepten. Ein Blick auf bildungserfolgreiche Länder wie Finnland zeigt, dass die Auseinandersetzung mit und Umsetzung von innovativen Konzepten erfolgversprechend ist. So geht Finnland mit alternativen Lehrkonzepten, wie der Auflösung der Fächerstrukturen in der Oberstufe, neue Wege. Schulen tragen in Finnland ein hohes Maß an Eigenverantwortung, da es zwischen Ministerium und Kommune kaum Zwischeninstanzen gibt. Und angehende Lehramtsstudierende müssen sich bereits im Bewerbungsverfahren um einen Studienplatz mit ihrer persönlichen Motivation auseinandersetzen.
Am deutschen Schulsystem wurde oft kritisiert, dass die Aufteilung der Schüler*innen auf die weiterführenden Schulen zu früh erfolgt. Das dreigliedrige Schulsystem ist zudem kaum durchlässig für einen schulischen Aufstieg.
Deutsche Schulen sind außerdem zu wenig digital. Das wurde während der Coronakrise mehr als deutlich. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa kam in einer im Auftrag der Robert Bosch Stiftung durchgeführten Studie unter Lehrer*innen zu dem Ergebnis, dass die Schulen auf den Shutdown im März schlecht vorbereitet waren. Leittragende waren erneut Kinder aus einkommensschwachen und bildungsbenachteiligten Familien. Sie gerieten mangels digitaler Alternativen durch die Schulschließung in einen Lernrückstand.

Best Practice

Projekte, die gezielt bildungsbenachteiligte Kinder unterstützen, zeigen in Deutschland großen Erfolg. So hat die ZEIT Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius vor einigen Jahren das Mentoring-Programm WEICHENSTELLUNG ins Leben gerufen. Hierbei kooperiert sie auch mit dem Zentrum für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln. Das Zentrum für LehrerInnenbildung richtet in Köln unter anderem das Teilprogramm WEICHENSTELLUNG für Viertklässler aus. Es unterstützt Grundschulkinder, die die Voraussetzungen für den Besuch des Gymnasiums erfüllen, diese Chance jedoch ohne Unterstützung nicht wahrnehmen können. Studierende begleiten die Kinder beim Wechsel auf die weiterführende Schule im Rahmen ihrer Praxisphasen. 360 Kinder wurden und werden bereits auf diese Weise gefördert.

Was tun?

Eine Herausforderung in der Ausbildung angehender Lehrkräfte besteht darin, sie auf einen gesellschaftlichen Wandel vorzubereiten, der sich nicht genau vorhersagen lässt. Heutige Lehramtsstudierende müssen für eine Welt von morgen ausgebildet werden, in der sie ihrerseits Schüler*innen dafür fit machen, Anforderungen von übermorgen zu meistern. Angesichts dieser Ausgangssituation hat sich ein enger und flexibler Austausch aller beteiligten Akteure bewährt. Dabei sind auch die Hochschulen gefragt. Es gilt, innovative Ideen und Lehrkonzepte an den Hochschulen zu fördern und den Stellenwert des Themas Bildung in der Forschung zu erhöhen. Ebenso wichtig ist der Mut zum Experiment. Hierfür benötigen Schulen den nötigen Freiraum, aber auch eine gute Unterstützung.

Die Tagung

Mit der Tagung Zukunft Bildungschancen werfen wir einen Blick auf die aktuelle Forschungslage, stellen Ihnen tragfähige Projekte vor und sprechen mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Schule, Wirtschaft und Medien darüber, worauf es ankommt.
Nutzen Sie die Gelegenheit, sich in unterschiedlichen Formaten auszutauschen, zu vernetzen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.

Speaker

 


Programm

  • PreConf

    15.09.2021

  • Tag 1

    15.09.2021

  • Tag 2

    16.09.2021

  • Tag 3

    17.09.2021

  • Die Keynote von Prof.' Nina Kolleck wirft einen Blick auf Bildungsungleichheit in Deutschland und ihre Relevanz für die schulische Bildung und Professionalisierung von Lehrkräften. Präsentiert werden u.a. Ergebnisse einer Studie zu den Zugangs- und Teilhabechancen in Primar- und Sekundarschulen. Zudem werden Konzepte zur Bewältigung aktueller Herausforderungen sowie zur Verbesserung der Zugänge diskutiert.

  • Das digitale Zeitalter läutet einen Paradigmenwechsel ein, der in seiner Dynamik die Regeln der alten Arbeits-, Bildungs- und Gesellschaftswelt auf den Kopf stellt: Loyalität am Arbeitsplatz, sichere Jobs und eine Rente, auf die wir uns verlassen konnten, werden eingetauscht gegen eine neue Lebenswelt, in der das Individuum zur einzigen Sicherheitskomponente mutiert und in der die Jungen alle Chancen haben, jedoch scheinbar nur wenige nutzen. Gleichzeitig stehen Erwachsene mit großen Fragezeichen im Gesicht in einem kontinuierlichen Veränderungsprozess, der mit den Methoden der Vergangenheit nicht mehr zu managen ist. Ali Mahlodji gibt Einblicke in den Paradigmenwechsel der Digitalisierung an der Schnittstelle Mensch/Schule/Organisation und zeigt auf, warum das Ent-lernen der alten Muster das Fundament einer neuen Zukunft baut und warum der Fokus auf die individuelle Potentialentfaltung der Schlüssel dazu ist.

  • Freuen Sie sich auf den Panel Talk mit den Speakern von Tag eins.

  • Mit der "Hommage an Frau Bernecker" bringt Gianni Jovanovic seine prägendsten Schulerfahrungen auf die Bühne. Die emotionale Performance bewegt sich zwischen Trauma, Gewalt, Rassismus und Schulfrust. Doch am Ende wird alles gut.

  • Lassen Sie uns den ersten Tag gemeinsam bei Zoom ausklingen.

  • Besuchen Sie einen der Sunrise Talks. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • Die Corona-Krise hat die enge Verbindung der Themenfelder Bildungsgerechtigkeit und Digitalisierung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Wie kann Digitalisierung die Chancen von Kindern und Jugendlichen verbessern – wo liegen Möglichkeiten und Herausforderungen?

  • Bildungsgerechtigkeit kann gelingen, wenn die Ressourcen aller Kinder und Jugendlichen gehoben werden. Marina Weisband zeigt Möglichkeiten zur Stärkung von Partizipation auf, u.a. anhand des Projektes aula – einer Plattform, die demokratische Praktiken und Kompetenzen fördert.

  • Using the insights of Critical Race Theory (CRT), in this talk David Gillborn will explore how racism works through the everyday routines of schooling, the problem with White racial identity politics, and what schools can do to work for racial equity.

  • Mit Mehrsprachigkeit wird gern geworben, auf Plakaten steht dann: mehr als 100 Sprachen werden in Köln gesprochen. Im Schulsystem sieht es dann oft sehr viel weniger divers aus, und auch Bildungsdiskurse drehen sich oft ausschließlich um Zugang zur Standardsprache und zur Bildungssprache. Zwar kommt mit Begriffen wie dem translanguaging frischer Wind in manche Debatten, aber im Kern bleibt das Schulsystem der Ökonomie und damit dem Monolingualismus, der Sprachentrennung und -bewertung verpflichtet. Diese Situation führt zu Zielkonflikten für Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern, und vor allem im Bereich Identität entsteht eine Übergriffigkeit mit oft lebenslangen Folgen. Mit Beispielen aus der Mehrsprachigkeitsforschung inspiriert Prof.' Dr.' Christiane Bongartz, über eine Schule nachzudenken, die sprachlich inklusiv ausgerichtet ist. Was, wenn alle so sprechen und schreiben wie sie mögen? Schule und Gesellschaft sind in der Pflicht, optimale Entfaltung zu ermöglichen, und analog und digital ist nun die Zeit gekommen, altes Denken in Frage zu stellen, auch, um sprachlichen Kolonialismus und rassistisch angehauchte Sprachmonopole hinter uns lassen zu können.

  • Kaarel Rundu, Schulleiter der deutschen Schule in Tallinn, Estland, wird in seinem Vortrag zunächst einen Einblick in das estnische Bildungssystem bieten und insbesondere folgende Fragestellungen aufgreifen:
    • Estland hat zwar in der PISA-Studie 2018 gut abgeschnitten, doch wie sieht es mit der Bildungsungleichheit aus?
    • Welche Rolle spielen die digitalen Kompetenzen im Schulsystem, wie werden diese gefördert und wie können diese den Schülern überhaupt helfen?
    • Welche Erfahrungen hat man als Schule aus der Corona-Krise gewonnen?
    • Worauf wird im Estnischen Bildungssystem Wert gelegt, wenn man in die Zukunft blickt?

  • Besuchen Sie einen der Morning Talks 1. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • Die Forderung, das Bildungssystem zu digitalisieren, hat durch die Corona-Krise öffentlich an Dringlichkeit gewonnen. Diese Forderung betrifft zum einen die Etablierung einer digitalen Infrastruktur und zum anderen die Vermittlung spezifischer Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien. Das primäre pädagogische Ziel besteht darin, die "Selbstständigkeit [der Schüler*innen] zu fördern und individuelle Potenziale innerhalb einer inklusiven Bildung […] besser zur Entfaltung bringen zu können" (KMK, 2017, S. 9). Die Bezugnahme auf das Konzept der inklusiven Bildung bringt zum Ausdruck, dass die "Bildung in der digitalen Welt" (ebd.) eine Bildung für alle ist. Damit ist Gerechtigkeit der zentrale Maßstab für die Realisierung von Bildung. Auf einer sehr grundlegenden Ebene stellt sich die Frage, ob und wie Kompetenzerwerb und inklusive Bildung zusammenpassen. Während das Kompetenzkonzept die Fähigkeiten beschreibt, spezifische Probleme lösen zu können, bezieht sich Bildung auf einen unverfügbaren Subjektivierungsprozess. Reflektiert man diese Problemstellung aus der Perspektive des Unterrichtsfaches Sport, stellt sich zudem die Frage nach der körperlichen Dimension von Bildung. Der Vortrag zielt folglich darauf, den Zusammenhang von digitalisierungsbezogenen Kompetenzen und körperlicher Bildung zu thematisieren. Dass dieser Zusammenhang zu Widersprüchen führen kann, zeigt sich z.B. an der Funktionsweise von Fitness Apps, die mit einem diskriminierenden Körperdiskurs verknüpft sind.

  • Da im Fokus der Ursachenforschung des Studien(miss-)erfolgs von Bildungsaufsteiger*innen (mit Migrationshintergrund), in den bisherigen Forschungsarbeiten klassischerweise Passungsproblematiken zwischen milieuspezifischen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata (Habitusformen; Bourdieu, 1988), in Form von qualitativen Studiendesigns, stehen, werden zur Erforschung dieser zunehmend andere theoretische sowie methodische Zugänge gesucht. Daher wurden, auf Basis der Selbstkategorisierungstheorie (Tajfel & Turner, 1986), die Auswirkungen von Passungsproblematiken – quantitativ operationalisiert über soziale Identifikation (mit der Gruppe der Akademiker*innen), im Zusammenwirken mit sozialer, akademischer und organisationaler Integration (im Hochschulkontext) – auf die Studienabbruchsintention Studierender, unter besonderer Berücksichtigung ihrer sozialen sowie ethnischen Herkunft, untersucht. Hierzu wurde eine Querschnittstudie geplant. Die dazugehörige Befragung wurde im Sommersemester 2019, an einer Stichprobe von N = 262 Zweitsemesterstudierenden der Wirtschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen, durchgeführt. Neben den Hauptergebnissen konnten erstmals Erkenntnisse zu Prädiktoren sozialer Identifikation generiert werden. Es wurde ein signifikanter negativer Zusammenhang zwischen dem Migrationshintergrund und der sozialen Identifikation (OR= exp(-3.98)= .02, p<.005) nachgewiesen. Überdies zeigten sich weitere interessante Zusammenhänge, in Abhängigkeit der sozialen Identifikation, welche im Rahmen des Talks präsentiert werden.

  • Der Beitrag diskutiert Bildungschancen im Konnex von 'Geschlecht' und Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht. Ausgehend vom Inklusionsbegriff der UNESCO darf die Kategorie 'Geschlecht' nicht dazu führen, "dass ein Mensch seine Potenziale nicht entwickeln kann" (UNESCO 2014, 50). Damit beschreibt die UNESCO ein Ideal, denn gegenwärtig führt die Kategorie 'Geschlecht' im Bildungssystem noch immer dazu, dass junge Menschen durch die Einordnung/ -schreibung in ein binäres System ihr Potenzial nicht entfalten können. Diese Einschreibung wird als sprachlicher Kategorisierungsprozess und durch die 'Geschlechtlichkeit' der deutschen Sprache umgesetzt (vgl. Wirth 2002, 41f.). Die Verhandlung dessen eröffnet Möglichkeiten für Sprachreflexion (vgl. Bredel 2013) sowie den Nachvollzug aktueller Diskurse um die Kategorie 'Geschlecht'. Daran anknüpfend und aufbauend auf der "Geschlechterreflektierenden Deutschdidaktik" (Bieker/Schindler 2020) zeigt dieser Beitrag, welches Potential eine solche Didaktik für den DaZ-Unterricht bietet. Die Argumentationslinie folgt der These, "dass die Art und Weise, wie ein Mensch denkt, stark durch seine Muttersprache beeinflusst wird" (Kusterle 2011, 70). Die Besonderheiten einer Sprache werden dabei vor allem durch die Kontrastierung eines anderen Sprachsystems deutlich: Dies bringt der DaZ-Unterricht aufgrund seiner Genese genuin mit sich. Für DaZ-Lernende besteht das Potenzial, aus der Differenzerfahrung (vgl. Bredel/Pieper 2015), die durch die Divergenz zwischen Erst- und Zweitsprache entsteht, die Konstruktion der Kategorie 'Geschlecht' zu erkennen und tradierte Vorstellungen zu überwinden.

  • Schulklassen in Deutschland werden immer heterogener. Vor allem die vielfältigen sprachlichen Biografien der Schüler*innen bergen ein großes Potenzial. Allerdings gehen sprachliche und kulturelle Heterogenität noch häufig einher mit Bildungsungerechtigkeit. So zeigt zwar die DESI-Studie (Klieme 2008), dass Schüler*innen mit deutscher Erstsprache sowohl hinsichtlich der Schüler*innenleistungen im Fach Deutsch als auch in Englisch besser abschneiden als Schüler*innen mit nicht-deutscher Erstsprache, allerdings können diese Unterschiede u.a. auf sozio-ökonomische und kontextuelle Variablen zurückgeführt werden (z.B. Steinlen & Piske 2018). Bei Kontrolle dieser Faktoren scheinen mehrsprachige Schüler*innen sogar potenzielle Vorteile im Fremdsprachenerwerb zu haben (z.B. Hesse, Göbel & Hartig 2008). Im Talk wird die längsschnittliche Entwicklung rezeptiver Englischkompetenzen unter Berücksichtigung der Deutschleseleistung von Klasse 5 zu Klasse 7 im Projekt "Ganz In" (2010-2016) dargestellt und diskutiert. Dabei werden die Englischkompetenzen von Deutsch-Muttersprachler*innen (n = 988) mit Nichtmuttersprachler*innen (n = 308) verglichen und hinsichtlich verschiedener Variablen (z.B. kulturelles Kapital, Einkommen, Geburtsland, Selbstkonzept Lesen) kontrolliert. Für die nicht-deutschsprachige Gruppe zeigt sich ein signifikanter Einfluss der Deutschlesekompetenz in Klasse 5 auf die Englischleseleistung in Klasse 7. Außerschulisches Deutschlesen und Selbstkonzept Lesen, gemessen in Klasse 5, wirken sich ebenfalls stark positiv auf Englischleseleistungen in Klasse 7 aus.

  • Schüler*innen sind bunt, individuell und digital. Das deutsche Schulsystem hingegen funktioniert oft noch selektiv, lehrerzentriert und analog. Aus diesen konträren Prämissen können Bildungsungerechtigkeiten entstehen, wie wir sie zu bekämpfen versuchen. Ein Lösungsansatz für mehr Gerechtigkeit: Die Schule muss kooperativer werden. Kooperation verbessert Schüler*innenleistungen, entlastet Kolleg*innenen, stärkt den Zusammenhalt und gibt weniger privilegierten und inklusiven Schüler*innen Rückhalt (Richter/Pant 2016). Die Idee ist nicht neu. Warum aber ist es schwierig, kollegiale und multiprofessionelle Kooperation flächendeckend an Schulen zu etablieren? Der Vortrag zeigt, dass es neben ökonomischen und personellen Gründen eine logische Erklärung aus der Spiel- und Entscheidungstheorie gibt, die mit dem Gefangenendilemma veranschaulicht werden kann: Lehrerin A ist kooperationsfreudig. Sie läge ihren gesamten Unterricht offen, allerdings nur unter dem Reziprozitätsvorbehalt, dass auch die Lehrer*innen B-Z mitzögen. Diese wiederum wägen ebenfalls das Risiko ab: Kooperieren oder defektieren? Ein Dilemma. Im Vortrag sollen zunächst drei weitere Szenarien (idealistische/kontraktualistische/labile Kooperation) vorgestellt werden, die protypisch an Schulen vorkommen. Im Anschluss an die Problemanalyse sollen ganzheitliche Lösungen aufgezeigt werden. Dazu wird neben der Studie von Richter/Pant (2016) auch Ahlgrimm/Krey/Huber (2012), Gräsel/Fußange/Pröbstel (2006) sowie Rousseau herangezogen.

  • Angesichts des coronabedingten Fern- und Wechselunterrichts und einer Umstellung vom analogen auf einen (partiell) digitalen Unterricht stehen Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte seit geraumer Zeit vor einer massiven pädagogischen und organisatorischen Herausforderung. Ersten Befunden zufolge scheint die Digital Gap (Zillien 2009) bestehende herkunftsbezogene Bildungsbenachteiligungen noch zu verstärken (vgl. INSM-Bildungsmonitor 2020, Köhn et al. 2020) – doch birgt die Krise Corona diesbezüglich auch eine Chance? Inwiefern lässt sich mit Hilfe digitaler Instrumente Unterricht so gestalten, dass im Rahmen einer adaptiven Lernumgebung (vgl. Bohl et al. 2012) allen Schüler*innen Lernchancen eröffnet werden können? Eine Eins-zu-Eins Digitalisierung des traditionellen Unterrichts bietet hier sicherlich nicht die ultimative Lösung. Es bedarf einer umfassenden digitalen Aufbereitung bisheriger Lehr- und Lernformate. Pionierkonzepte wie die digital gestützte Lernlandschaft der Alemannenschule in Wutöschingen zeigen auf, inwiefern virtuelle Lernwelten inklusiv genutzt werden können. Im 45-minütigen Talkt stellt das Duo auf Grundlage der aktuellen Befundlage und entsprechenden (medien)pädagogischen Konzepten exemplarische Projekte und digitale Tools vor, die bereits an Schulen in Bayern und Österreich erprobt wurden und das Potential bieten, die Implementierung adaptiver Lernumgebungen zu unterstützen.

  • Laut Bildungsbericht Ruhr 2020 ist die Studierendenklientel in der Metropole Ruhr sehr heterogen. Hier studieren im Vergleich zu anderen Regionen mehr Menschen, die nicht aus einem akademischen Haushalt stammen (First Generation Academics). Studien (vgl. z.B. Ebert/Heublein, 2017) zeigen, dass mehr als ein Drittel der Studierenden insbesondere schriftsprachliche Schwierigkeiten beim Verfassen von wissenschaftlichen Texten hat. Sind schriftsprachliche Kompetenzen möglicherweise ein Indikator für die Tradierung früher Bildungsungleichheit? Bedeutete dies, dass unterschiedliche Startvoraussetzungen in Bildungsverläufen nur unzureichend nivelliert werden können? Diese Diskussion kann nun erstmals auf breiterer empirischer Basis geführt werden. An der Universität Duisburg-Essen ist seit dem Wintersemester 2015/16 für angehende Lehramtsstudierende die Teilnahme an dem Online-Assessment SkaLa® (Sprachkompetenz angehender Lehramtsstudierender), bestehend aus einem C-Test und einer kombinierten Lese-Schreibaufgabe, verpflichtend. Ziel ist es, die Studierenden zu Beginn des Studiums auf eventuelle Unsicherheiten im akademischen Schreiben und auf Sprachförderangebote an der Hochschule aufmerksam zu machen. Im Vortrag werden die Ergebnisse der Kohorten 2015-2020 vorgestellt. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Frage, inwieweit der Faktor Bildungsherkunft die Ergebnisse in den Sprachkompetenzmessungen vorhersagt und ob schriftsprachliche Kompetenzen generell den Studienerfolg prädizieren.

  • MIGRAFRICA führt im Rahmen der Landesinitiative "Durchstarten in Ausbildung und Arbeit" den Baustein "Jobcoaching" durch - ein bedarfsorientiertes Einzelcoaching für jugendliche Geflüchtete zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsmarkt. Wir erarbeiten berufliche Perspektiven, informieren über den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und unterstützen im gesamten Bewerbungsprozess. Einen Teil dieses Programms bildet u.a. das universitär eingebundene Projekt PROMPT! Im Sprachtandem, indem unsere Teilnehmer*innen mit Lehramtsstudierenden der Universität zu Köln über die Dauer eines Semesters ein gemeinsames Tandem bilden, das dazu dient berufsbezogene Deutschkenntnisse zu fördern. Im Coaching arbeiten wir mit Pat*innen mit ähnlicher Migrations- und Fluchtgeschichte. Sie sind selbst nach Deutschland geflüchtet und haben Erstorientierung, Spracherwerb und berufliche Integration erfolgreich bewältigt. Sie wissen am besten, mit welchen Herausforderungen die Jugendlichen zu kämpfen haben. Sie agieren als Mentor*innen, Vorbilder und Motivationstrainer*innen, aktivieren Potentiale und Kompetenzen und dienen als Informationsquelle und Brücke zu Institutionen und "fremden" soziale Milieus. Die Bedeutung von sozialen Pat*innen wird auch in der soziologischen Aufstiegsforschung unterstrichen. Der Input soll deshalb neben der Darstellung der praktischen Arbeit auch Bezüge zur akademischen Auseinandersetzung liefern und Schnittmengen im Kontext Bildungsaufstieg, Migration und Flucht deutlich machen.

  • Besuchen Sie einen der Morning Talks 2. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • Die Digitalisierung hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen, gesellschaftlich diskursiv geführten Thema der Teilhabe an Bildung und Bildungsgerechtigkeit entwickelt, da "Kompetenzen für ein Leben in der digitalen Welt […] zur zentralen Voraussetzung für soziale Teilhabe [werden], denn sie sind zwingend erforderlich für einen erfolgreichen Bildungs- und Berufsweg" (KMK 2016, Strategie der Kultusministerkonferenz "Bildung in der digitalen Welt", S. 4) in einer digital geprägten Gesellschaft und haben daher Einzug in die Hochschul- und Schulbildung gehalten. Digitalisierungsbezogene Prozesse in Schule und Unterricht können also einen entscheidenden Beitrag zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit leisten, weil sie individuelle Lernwege und Lerngeschwindigkeiten der Schüler*innen ebenso unterstützten wie kollaborative Lernprozesse. Jedoch variieren die schulischen und privaten digitalen Ausstattungen und – damit verknüpft – der Umfang und die Qualität der digitalen Kompetenzen bei Lehrkräften und Schüler*innen zurzeit noch stark. Das Zentrum für Lehrerbildung (ZLB) der Universität Duisburg-Essen (UDE) hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, sich der resultierenden Anforderungen und Erwartungen an eine zeitgemäße und zukunftsfähige Lehrer*innenbildung anzunehmen und einen Hub für die Dozierenden und andere Akteur*innen der UDE, die Schulen und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung der Ausbildungsregion der UDE und viele zentrale Förderprojekte in NRW aufzubauen, um die damit einhergehenden Inhalte in Beziehung zu setzen und das Thema Digitalisierung effizient in allen Phasen der Lehrer*innenbildung zu implementieren. In diesem Kontext spielt u. a. die Stärkung der digitalen Lehre in der inklusionsbezogenen Lehramtsausbildung eine wichtige Rolle sowie insgesamt die Vermittlung digitalisierungsbezogener Kompetenzen an Studierende. Im Talk möchten wir aufzeigen, mit welchen Strukturen und Angeboten wir diesen Anforderungen an der UDE gerecht werden wollen. Wir berichten dazu über verschiedene Veranstaltungen und Projekte die sich u. a. mit den Themen Inklusion und Diversität im Kontext von Digitalisierung befassen und wie die Lehrer*innenbildung ihren Teil dazu beitragen kann, Digitalisierung als Chance für mehr Bildungsgerechtigkeit zu nutzen.

  • Bei der Wahl ihre Studienfachs konzentrieren sich Abiturientinnen und Abiturienten oft auf eine kleine Anzahl bekannter Studiengänge, die durch hohen Anteil von Frauen bzw. Männern gekennzeichnet sind. Dies hat weitreichende Konsequenzen, darunter zum einen eine anhaltende Geschlechtersegregation in spezifischen Studienfächern und zum anderen womöglich eine suboptimale Passung zwischen dem eigenen Qualifikations- und Interessensprofil der Schülerin bzw. des Schülers und dem gewählten geschlechtstypischen Studienfach. Aufbauend auf Rational-Choice- und sozialpsychologischen Theorien argumentieren wir, dass dieses Muster teilweise aufgrund von Informationsdefiziten auftritt, die durch Beratungsinterventionen verändert werden können. Um diese Hypothese empirisch zu überprüfen, evaluieren wir den Einfluss eines Studienberatung-Workshops auf die beabsichtigte Studienfachwahl mittels einer randomisiert-kontrollierten Studie (RCT), in der eine Gruppe von Oberstufen-Schülerinnen und -Schülern an dem Workshop teilnimmt und eine Kontrollgruppe nicht teilnimmt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Intervention die Wahrscheinlichkeit der Teilnehmer erhöht, weniger bekannte oder geschlechtsuntypische Studiengänge in Betracht zu ziehen, insbesondere bei Schülerinnen und Schülern mit geringerem Informationsstand. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Beratungsangebote das Potenzial haben, studieninteressierte Schülerinnen und Schülern zu weniger geschlechtstypischen und weniger bekannten Studiengängen zu führen, was möglicherweise die Geschlechtersegregation reduziert, die individuelle Passung verbessert und somit möglicherweise Studienabbrüche reduziert.

  • Ethnische und kulturelle Vielfalt kennzeichnet zunehmend auch das deutsche Bildungssystem und wird sowohl als Bereicherung als auch als Herausforderung thematisiert. Während in der Forschung der Blick auf unterschiedliche Bildungschancen und -leistungen überwiegt, nimmt sich der Vortrag der Frage nach dem sozialen Zusammenhalt und den sich entwickelnden Identitäten im Schulkontext an. Entstehen Freundschaften und Konflikte eher innerhalb der eigenen Herkunftsgruppe oder über Gruppengrenzen hinweg? Welche Bedeutung schreiben die Schüler*innen ihrer ethnischen Herkunft und der ihrer Mitschüler*innen zu? Wie nehmen sie den schulischen Umgang mit Vielfalt wahr, z.B. die Akzeptanz von anderen Sprachen durch Lehrkräfte auf dem Schulhof? Um Antworten auf diese und weitere Fragen zu finden, wurden im Rahmen des ERC Projekts "Social Integration and Boundary Making in Adolescence" (SOCIALBOND) und der DFG-Studie "Freundschaft und Gewalt im Jugendalter" (FUGJ) über 5000 Schüler*innen an mehr als 70 Sekundarschulen in Nordrhein-Westfalen wiederholt befragt. Der Vortrag stellt die wichtigsten Erkenntnisse dieser Studien allgemeinverständlich dar. Dabei ergibt sich ein Bild, das teilweise deutlich von der medialen und politischen Thematisierung von ethnisch-kultureller Vielfalt im Schulkontext abweicht.

  • Die coronabedingte veränderte Lern- und Lehrsituation stellt insbesondere bildungsbenachteiligte Schüler*innen vor große Herausforderungen. Durch den fehlenden Präsenzunterricht, die eingeschränkte individuelle Betreuung durch Lehrkräfte und den fehlenden Austausch mit Mitschüler*innen, besteht die Gefahr, dass Schüler*innen nicht nur als besondere Bildungsverlierer aus dieser Situation hervorgehen, sondern ihre Bildungsverläufe langfristig negativ beeinflusst werden. Im Projekt „KommMit“, welches im Zeitraum der ersten Schulschließung im März 2020 entstanden ist, werden in Zusammenarbeit mit ausgewählten Kooperationsschulen konkrete Unterstützungsangebote für bildungsbenachteiligte Schüler*innen aller Schulformen angeboten. Hierbei unterstützten Studierende aller Lehramtsstudiengänge Schüler*innen in Eins-zu-eins Situationen beim Lernen. Dabei nutzen sie Materialien, die sie von den jeweiligen Lehrkräften zur Verfügung gestellt bekommen. Über das Projekt absolvieren die Studierenden ein Pflichtpraktikum und sammeln auf ihrem Weg der Professionalisierung wertvolle Erfahrungen in der praktischen Arbeit mit benachteiligten Schüler*innen und setzen sich mit Bildungsgerechtigkeit im schulischen Kontext auseinander. Die Studierenden werden dabei in einem Begleitformat professionell durch das ZfL unterstützt. Im Talk wird ein Überblick über das Programm gegeben und im Anschluss ein Gespräch zu den Erfahrungen mit einem*r teilnehmenden Studierenden sowie einer Lehrkraft geführt.

  • Spätestens seitdem das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, die EU-Charta der Vielfalt und die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bestehen, sind Diskriminierung und Schutz von Diversität unumgänglich geworden. Trotzdem wirken soziale Differenzierungsprozesse fort und bremsen erfolgreiche Bildungs- und Emanzipationsprozesse aus. Mit den Zertifizierungen wie "Schule ohne Rassismus" oder "Schule mit Courage" ist zwar ein guter Weg beschritten; die systematische Umsetzung und weitergehende diskriminierungssensible Konzepte sind jedoch überfällig. Eigendynamiken von Schule als besonderer Organisation bergen dabei besondere Akteurs- und Teilnahmekonstellationen. Zudem kann die Semantik der Vielfalt sowohl zwischen naiv‐engagierter Integrations‐Euphorie, Effizienzdenken und abwehrender Negation von Differenz inkludierend wie auch exkludierend wirken, was pädagogischen Balanceakten gleichkommt. Im vorgestellten Beispiel eines jüngst abgeschlossenen EU-Projektes (SPRYNG) werden aus kritisch-analytischer Sicht empirische Einblicke in 'diskriminierungssensible' Schulentwicklung, Konzepte des 'Othering' und ANTI-BIAS-Arbeit gewährt. Dabei werden Diskrepanzen von erlebter und zugeschriebener Diskriminierung sowie organisationale Ambivalenzen sichtbar. Besonders, wenn Synergieeffekte mit der Entwicklung von 'Schulqualität' und 'Schulkultur' erzeugt werden sollen, sind schultypische Ablauf- und Aufbauprozeduren relevant. Der Vortrag knüpft an die Frage der Tagung an, welche Rolle Diversität und die Verteilung von Ressourcen spielen, und welche Projekte, Konzepte und Methoden Anregungen für eine gerechtere Zukunft von Kindern und Jugendlichen geben können.

  • Ein entscheidender Faktor für Schulerfolg und Bildungsgerechtigkeit ist noch immer die soziale Herkunft der Lernenden. Mit den pandemiebedingten flächendeckenden Schulschließungen zeichnet sich aber ein mit der Digitalisierung von Unterricht einhergehender, zukünftig immer relevanter werdender Faktor ab. Neben infrastrukturellen Defiziten offenbaren sich auch große Verunsicherungen in der Nutzung digitaler Medien seitens der Lehrenden, deren Ursachen in einer nicht hierauf ausgelegten Lehrer*innenbildung zu suchen sind. Aus solchen, durch Kompetenzunterschiede bedingten, heterogenen Lernbedingungen/-voraussetzungen resultieren insbesondere für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler große Nachteile. Um allen Lehrkräften eine bessere Handlungsfähigkeit zu ermöglichen – auch über den Sonderfall einer Pandemie hinaus, muss eine strukturelle und fachspezifische Integration digitaler Medien in alle Phasen der Lehrer*innenbildung erfolgen. Bisher fehlt allerdings eine systematische, fachspezifische curriculare Verankerung digitaler Kompetenzen. Der Orientierungsrahmen Digitale Basiskompetenzen für das Lehramt in den Naturwissenschaften (DiKoLAN) liefert einen Ansatz zur Orientierung und Strukturierung der Lehrer*innenbildung in den Naturwissenschaften, der gegebenenfalls auch als Ausgangspunkt für ähnliche Konzeptualisierungen in anderen Fächern dienen kann. Im Rahmen des Talks wird DiKoLAN vorgestellt und Ansätze zur Integration in universitäre Lehrveranstaltungen gegeben und diskutiert.

  • Unter der Prämisse von Bildungsgerechtigkeit muss der Gesundheitszustand der Lernenden grundsätzlich berücksichtigt werden. Ein "guter allgemeiner Gesundheitszustand" wird, so laut der KiGGS- Studie (Welle 2) als maßgebliche Ressource zur Bewältigung der Entwicklungsaufgaben des Kindes- & Jugendalters eingestuft. Auch in wechselseitiger Betrachtung zeigt sich, dass sich eine Veränderung von Bildungs- und Sozialstrukturen unmittelbar auf die Gesundheit auswirken kann. Auf den Bildungsverlauf wirken an dieser Stelle intersektionelle Mechanismen, welche im herkömmlichen Diversitätsverständnis häufig vernachlässigt werden. In Deutschland sind derzeit ca. 16,2 % der Kinder und Jugendlichen zwischen 0-17 Jahren von chronischen Erkrankungen betroffen. Für Sie gestaltet sich die Bewältigung schulischer und ausbildungsbezogener Entwicklungsaufgeben anspruchsvoller als für gesunde Personen. Sie müssen gesundheitsbezogene Informationen finden, verstehen, reflektieren und anwenden zu können. Diese Gesundheitskompetenz kann eine Schulkarriere stark beeinflussen. Anhand biographischer Interviews sollen Implikationen aus Betroffenenperspektive aufzeigen, an welchen Stellen sich Gesundheitskompetenz bei chronisch Erkrankten auf die schulische und berufsbildende Sozialisation auswirkt. So soll verdeutlicht werden, wieso die Berücksichtigung von Gesundheitskompetenz eine zentrale Aufgabe bei der diversitätsgerechten Gestaltung von Schulstrukturen auf organisatorischer und curricularer Ebene ist.

  • Sprache ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und Schlüsselkompetenz für den Bildungserfolg. Die Ergebnisse der Pisa-Studien belegen, dass Kinder, die einen Migrationshintergrund haben und häufig mehrsprachig aufwachsen, ein höheres Risiko tragen, Bildungsbenachteiligungen zu erfahren, als Kinder, die monolingual aufwachsen. Um dem entgegenzuwirken sind frühzeitige und durchgängige sprachliche Unterstützungsmaßnahmen in Bildungseinrichtungen erforderlich. Ziel des Forschungsprojektes GME (Grammatische Fähigkeiten mehrsprachiger Kinder zum Zeitpunkt der Einschulung) ist es, Grundlagenwissen über die sprachlichen Fähigkeiten mehrsprachiger Kinder zu erheben. Das Projekt generiert Orientierungsdaten darüber, welche grammatischen Fähigkeiten mehrsprachig aufwachsende Kinder in Abhängigkeit von ihrer Kontaktdauer mit dem Deutschen sowie weiteren möglichen Einflussfaktoren zum Zeitpunkt der Einschulung zeigen. Dieses Wissen kann Lehrkräfte bei der Einschätzung sprachlicher Fähigkeiten mehrsprachiger Kinder unterstützen sowie zu einer optimierten sprachlichen Unterstützung beitragen. Der Vortrag thematisiert die Notwendigkeit einer differenzierten und individuellen diagnostischen Erfassung des sprachlichen Entwicklungsstandes mehrsprachig aufwachsender Kinder und weist auf deren besondere Herausforderungen hin. Er zeigt auf, welchen Beitrag das Forschungsprojekt GME zur Klärung offener Forschungsdesiderata in diesem Kontext leisten kann.

  • Können Mentoringprogramme in der Studieneingangsphase zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit am Hochschulzugang beitragen? Die Studieneingangsphase ist im Hinblick auf den Verbleib in der Hochschule eine vulnerable Phase (Miethe et al. 2014). Insbesondere für Studierende, die keine familiären akademischen Vorbilder haben, ist die Transition in die Hochschule ein Anpassungs- und Transformationsprozess (Buse 2017). Die Entwicklung eines Sense of Belonging, eines Zugehörigkeitsgefühls zur Universität und zum eigenen Fach, spielen in diesem Zusammenhang eine eklatante Rolle im Hinblick auf die soziale und akademische Integration und dem damit verbundenen Studienerfolg (vgl. Hausmann/ Schofield/ Woods 2007, 804 ff.; Meeuwisse/ Severiens/ Born 2010). Peer-Mentoringprogramme werden daher häufig mit dem Ziel eingesetzt, Studienanfänger*innen den Start ins Studium zu erleichtern. Im Sinne einer Peer-to-Peer-Interaktion können die Studierenden auf diese Weise niedrigschwellig in den akademischen Kontext eingeführt werden. Unter der vorgenannten Fragestellung, inwieweit Mentoringprogramme zu mehr Chancengleichheit beitragen können, wird in dem Beitrag die qualitative und quantitative wissenschaftliche Begleitforschung des Mentoringprogramms OSKA (Osnabrücker Kommiliton*innen für StudienAnfänger*innen) der Universität Osnabrück vorgestellt.

  • Im Parallelprogramm bieten wir Ihnen zahlreiche Workshops und Talks zu den Dimensionen von Bildungs(un)gerechtigeit. Sie können sich Ihre bevorzugten Programmpunkte indivuell zusammenstellen. Kombinieren Sie beispielsweise drei Afternoon Talks, einen Workshop mit einem Afternoon Talk oder zwei Workshops miteinander. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • Besuchen Sie einen der Afternoon Talks 1. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • "Bildung" und "Teilhabe" sind konstituierende Merkmale der Kategorie Behinderung, wobei Kinder und Jugendliche mit geistiger und komplexer Behinderung in besonderem Maße von gesellschaftlicher Exklusion und Bildungsbenachteiligung betroffen sind. Kategorisierungen auf Grundlage des individuellen kognitiven Leistungsniveaus sowie frühe institutionelle Selektion können als mögliche Ursachen genannt werden. Digitalisierung stellt in diesem Zusammenhang einen gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozess dar, der einerseits Bildungschancen zu eröffnen, andererseits jedoch auch Chancenungleichheit zu verschärfen vermag. Damit das positive Potenzial von Digitalisierungsprozessen in Hinblick auf Bildungsgerechtigkeit konstruktiv genutzt werden kann, bedarf es digitaler Bildung und einer Förderung digitaler Kompetenzen für alle Menschen. Besonders für Kinder und Jugendliche mit geistiger und komplexer Behinderung kann digitale Bildung Möglichkeiten der Teilhabe, Selbstbestimmung, Kommunikation und des lebenslangen Lernens ermöglichen. Aktuell sind Kinder und Jugendliche mit geistiger und komplexer Behinderung von digitalen Bildungsangeboten jedoch weitgehend ausgeschlossen. Im Talk sollen aktuelle Desiderate dargestellt sowie Chancen und Perspektiven für die Personengruppe beleuchtet werden. Erste Forschungsergebnisse des Projekts "DiGGi_Koeln – Digitalisierung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in der Region Köln" werden vorgestellt.

  • Die inklusive Öffnung, die Etablierung barrierearmer Zugänge, die Ermöglichung gemeinsamer Erfahrungsfelder oder migrationspädagogischer Ansätze – dies stellt komplexe Anforderungen an Organisation, Personal und Unterricht an den Bildungsraum Schule. Dabei blieb der Fokus jedoch bisher meist auf "die Schule" beschränkt. Inklusion und Partizipation bedingen aber ein grundlegendes Neudenken des traditionellen Bildungsraums. Warum? Weil Schule – egal ob inklusiv oder nicht - weder das einzige noch ein neutrales Behältnis für Lernprozesse von Menschen ist und bereits in seiner sozialen "Figuration" Zugänge und Gestaltungsmöglichkeiten von Bildungsprozessen implizit und explizit eröffnet oder versperrt. In diesem Verständnis kann auch der "Bildungsraum" nicht wie bisher nur als physischer und bereits vorgestalteter Raum ("room", Sesink 2013) gedacht werden, sondern muss als zu gestaltender und zu konstruierender Raum ("space", Sesink 2013) in sozialer, personaler und virtueller Weise integrativ wirken. Bildungsraum beginnt in diesem Sinne nicht an der "Schulpforte" und endet nicht mit dem Lehrplan im Klassenzimmer, sondern schließt regionale und überregionale Re-Figurationsprozesse mit ein. "Re-Figuration findet ihren Ausdruck in sich neu bildenden Raumordnungen, mit der Analyse über tradierte Raumnutzungen beginnt“, so beschreibt Martina Löw grundlegende gesellschaftliche Wandlungsprozesse, die das Verhältnis von Menschen zu ihren (Bildungs- und Lebens)Räumen neu verhandelt, verändert und umstellt. Was diese Wandlungsprozesse für den Bildungsraum bedeuten (könnte) soll im Beitrag aufgezeigt werden. Unter dem Dach der Re-Figurationskonzeption werden am Beispiel "Migration und Bildung" aus internationaler Perspektive Antwortbeispiele zu den Fragen aufzeigen: In welchen Räumen findet Bildung aktuell in Deutschland statt und wie könnte ein solcher inklusive "l´espacé vécu" morgen aussehen?

  • Unter dem Veränderungsdruck der Corona-Pandemie geht die "Chancenschere" zwischen jungen Menschen aus niedrigen und höheren sozialen Schichten weiter auseinander. In Quartieren verdichten sich herkunftsbedingte Teilhaberisiken und institutionelle Benachteiligungen. Es sind mehr denn je praxistaugliche Lösungen erforderlich, die die Entfaltung individueller Talente in der Breite ermöglichen. Mit dem Talentscouting hat die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen bereits 2010 damit begonnen, strukturelle Verwerfungen in der Chancengerechtigkeit gemeinsam mit Partner*innen aus Schulen, Kommunen und Stiftungen anzugehen. Im Fokus des NRW-Talentscoutings stehen leistungsorientierte, engagierte junge Menschen aus einem familiären Umfeld, das durch eingeschränkte finanzielle Ressourcen, fehlende Erfahrungen im Bildungssystem oder auch mangelnde Zugänge zu relevanten Netzwerken geprägt ist. Viele der mehr als 20.000 Talente unterschätzen die eigene Leistungsfähigkeit, trauen sich weniger zu und können ihre Potenziale nicht ausschöpfen. Der Talk soll Erfahrungen der institutionalisierten Talentförderung zugänglich machen, wie unentdeckte Talente durch eine aufsuchende, aktivierende Begleitung mobilisiert werden können. Durch Einbindung von Kooperationsschulen wird die Identifikation solcher Talente sowie der Mehrwert von Talentförderung aus Schulperspektive diskutiert. Dabei wird auf speziell für Schulpersonal entwickelte Qualifizierungen im NRW-Zentrum für Talentförderung Bezug genommen.

  • 20 Jahre nach dem PISA-Schock hat das Corona-Virus erneut eine Krise des deutschen Schulsystems ausgelöst. Sie macht deutlich: Der Problemstau in unseren Schulen ist inzwischen so groß geworden, dass er nicht mehr mit punktuellen Maßnahmen von begrenztem Umfang zu beheben ist. Erforderlich wäre dafür vielmehr eine echte Neugestaltung zumindest von Teilen des Schulsystems. Die Strategien, mit denen wir seit mehreren Jahrzehnten weitgehend erfolglos versuchen, die Probleme der Schulen und insbesondere deren soziale Schieflage zu überwinden, haben sich jedoch als für diese Aufgabe ungeeignet erwiesen. Doch wie lässt sich die anstehende Transformation dann umsetzen? Herr Dr. Thümlers Vorschlag lautet, von Beispielen für gelungene Systemtransformationen in anderen gesellschaftlichen Bereichen zu lernen – die Geschichte der Energiewende eignet sich dafür besonders gut. Sie belegt nicht nur, dass derartig anspruchsvolle und langfristige Veränderungsprozesse erfolgreich sein können. Zugleich zeigt sie auch, wie dies gelingen kann. Anknüpfend an die aktuelle Forschung zu Systemtransformation und illustriert durch das Beispiel der Energiewende stellt er in seinem Beitrag die Umrisse einer Transformationsstrategie für das deutsche Schulsystem dar. Sie zielt darauf ab, die derzeitige Stagnation zu überwinden und den Weg zum chancengerechten, leistungsstarken und modernen Schulsystem der Zukunft zu eröffnen.

  • Gestaltung inklusiven Unterrichts – Einflussfaktoren und Umsetzungsmöglichkeiten. Unterrichtsplanung bildet die Grundlage des täglichen schulischen Handelns der Lehrkräfte und orientiert sich an den curricularen Vorgaben. Neben der lehrplankonformen Unterrichtsvermittlung sollen die Schüler*innen individuell nach ihren Möglichkeiten gefördert werden. Im Workshop wird zunächst ein kurzer Einblick in das inklusive Unterrichtsplanungsmodell der Differenzierungsmatrix nach Sasse gegeben. Dieses auf Zusammenarbeit ausgerichtete Modell bildet die Grundlage für den weiteren Austausch über die Förderung und Forderung jedes einzelnen Kindes mit seinen besonderen Persönlichkeitsmerkmalen im Unterricht. Auf der Grundlage der persönlichkeits- und motivationstheoretischen Annahmen aus der PSI-Theorie von Julius Kuhl werden zudem einige persönlichkeits- und motivationstheoretischen Funktionsprinzipien des Menschen vorgestellt. Diese eigenen sich, um das Lernen der Schüler*innen mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen im inklusiven Unterricht genauer in den Blick zu nehmen und so Lernmöglichkeiten für alle, auch solche im Hinblick auf die Persönlichkeit des Kindes, umzusetzen. Möglichkeiten hierzu werden im Verlauf des Workshops mit den Teilnehmer*innen diskutiert. Eine kleine Studie mit Lehramtsstudierenden zeigt erfolgsversprechende Ergebnisse zur Verbindung beider Ansätze und damit zur gelungen Unterrichtsplanung für heterogene Lerngruppen auf.

  • Wenn es um den Nachweis von Sprachenkenntnissen für Schulabschlüsse geht, kommt es in Deutschland derzeit nicht auf die tatsächlichen Kenntnisse an, sondern auf den Besuch des Fremdsprachenunterrichts. Dadurch werden Kinder diskriminiert, die außerhalb der Schule Kompetenzen erworben haben – vor allem Kinder, die in ihrer Familie nicht (nur) Deutsch sprechen. Um diese Diskriminierung abzuschaffen, hat die Referentin 2020 einen Rechtsanspruch auf Prüfung von Sprachenkenntnissen sowie einen darauf vorbereitenden digital gestützten Unterricht vorgeschlagen. Die Sprachenbildung der Zukunft sähe so aus: Für den ersten Schulabschluss reichen dann wirklich Kompetenzen in nur einer Sprache außer Deutsch und für das Abitur in zwei Sprachen. Bei rechtzeitiger Anmeldung besteht ein Rechtsanspruch auf Prüfung. In Schulen gibt es neue Unterrichtsformate zur Vorbereitung – z.B. individualisierter Unterricht, in dem unterschiedliche Sprachen vor Ort und mit Elementen des Distanzlernens vermittelt werden. Der Vorschlag wurde in einem Debattenformat des Rats für Migration von Fachwissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen kommentiert und ergänzt und wird bis zur Konferenz weiter in bildungspolitische Debatten eingespeist. In diesem Talk sollen der Vorschlag und der aktuelle Stand der Debatte skizziert sowie mit Teilnehmenden über die Zukunft der schulischen Sprachenbildung unter Einbeziehung digitaler Formate diskutiert werden.

  • In dem Talk geht es darum, wie Beteiligte des Schüler*innenförderprojekts WEICHENSTELLUNG die Entwicklung des Selbstwerts und der Motivation vor und nach dem Übergang auf das Gymnasium wahrnehmen. Dabei wird auch auf wahrgenommene Unterschiede in der Förderung vor und während der Corona-Pandemie eingegangen. In einer aktuellen Dissertationsstudie wurden dazu 534 Schüler*innen aus vierten und fünften Klassen zu vier Messzeitpunkten in dem Projektgebiet Bodensee/Oberschwaben mittels eines psychologischen Tests (Aussage-Liste zum Selbstwertgefühl) und einem psychologischen Fragebogen (Self-Regulation Questionnaire) befragt. Zusätzlich wurden über 50 problemzentrierte Interviews mit den Projektbeteiligten geführt. Mentor*innen des Projekts WEICHENSTELLUNG wenden außerdem die Methode der Bildungs- und Lerngeschichten bei ihren Mentees an, um den Selbstwert und die Motivation der Kinder am Übergang zusätzlich zu unterstützen. Auch hierzu werden Ergebnisse präsentiert und diskutiert.

  • Besuchen Sie einen der Afternoon Talks 2. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • Der folgende Beitrag steht in Zusammenhang mit der übergeordneten Frage, wie an sozialräumlich benachteiligten Schulstandorten spezielle Maßnahmen der Schul- und Unterrichtsentwicklung erfolgreich umgesetzt werden können, um die Lernleistungen der betroffenen Schüler*innen nachhaltig zu verbessern und so zu mehr Bildungsgerechtigkeit beizutragen. Im Schulversuch "Talentschulen" erproben insgesamt 60 weiterführende Schulen und Berufskollegs Nordrhein-Westfalens, wie spezifische Fähigkeiten der hier unterrichteten Schüler*innen effektiv unterstützt und weiterentwickelt werden können. Übergreifendes Ziel des Versuchs ist es, Bildungsgerechtigkeit durch die Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg an Schulstandorten mit besonderen Herausforderungen zu schaffen und zu diesem Zweck spezifische Förderkonzepte mit sprachlich-kulturellem oder naturwissenschaftlich-technischem Fokus und umfassender Schulentwicklungsarbeit zu konzipieren und umzusetzen (vgl. https://www.schulministerium.nrw.de/themen/schulentwicklung/talentschulen). Dieser Versuch wird wissenschaftlich begleitet von einem internationalen Team unter Leitung von Prof.' Dr.' Isabell van Ackeren (Universität Duisburg-Essen). Das Ziel der wissenschaftlichen Begleitforschung ist es, Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse an den Talentschulen aus unterschiedlichen Akteursperspektiven (Bildungsadministration, Schulentwicklungsberater*innen, Schulleitungen, Lehrkräfte und zusätzlich im Unterricht eingesetztes Personal, Schüler*innen) und unter Anwendung eines Mixed-Methods-Designs im Längsschnitt zu analysieren. Methodisch kommen dabei sowohl standardisierte Befragungen als auch qualitative Interviews, Gruppendiskussionen und ethnografische Unterrichtsbeobachtungen zum Einsatz. Ein weiterer Schwerpunkt der wissenschaftlichen Begleitung ist die Orientierung von sprachlichen Fördermaßnahmen und deren Evaluation durch den Einsatz von C-Tests. Der Talk, der von wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen (s. o.) im Projekt angeboten wird, soll in groben Zügen über das Design der wissenschaftlichen Begleitforschung und über die Ergebnisse der ersten C-Test-Erhebungen Auskunft geben.

  • Seit zehn Jahren wird mit dem Modul "Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte" das Ziel verfolgt, Lehramtsstudierende für heterogene Lernvoraussetzungen der Schüler*innen im Unterricht zu sensibilisieren um Chancengleichheit so zu ermöglichen. Dies schließt die Herausforderung ein, sich im Spannungsverhältnis zwischen konkreten Bezeichnungen und der Vermeidung von Stigmatisierung und Besonderung (vgl. Kuhn 2013) im Feld sprachlicher Bildung auszudrücken. Unser Beitrag fokussiert den Umgang von Lehramtsstudierenden mit bestimmenden Begriffen und Bezeichnungspraktiken (vgl. Mecheril 2016), wie Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Migrationshintergrund und Zuwanderungsgeschichte. Dazu wurden 120 schriftliche Reflexionen von Lehramtsstudierenden der Universität Köln aller Fächer und Schulformen zu sprachlicher Bildung im Kontext ihres Praxissemesters in einem Mixed-Methods-Design untersucht (Kuckartz 2014). Die Analyse der Nutzung und Kontextualisierung der Begrifflichkeiten zeigt, dass es Studierenden schwerfällt, die sprachliche Heterogenität in den von ihnen unterrichteten Klassen differenziert darzustellen, ohne auf Generalisierungen zurückzugreifen. Es wird diskutiert, welche Bedeutung diese Ergebnisse für die Bildungsgerechtigkeit in unterschiedlichen Bildungskontexten haben.

  • Die Entscheidung, nach dem Abitur ein Studium aufzunehmen, hängt in Deutschland maßgeblich von der sozialen Herkunft ab. Um diese Disparitäten abzubauen, wurden viele Programme ins Leben gerufen, wobei deren Einfluss auf Bildungsungleichheiten bislang nicht umfassend empirisch geklärt ist. Die Studie "Zukunfts- und Berufspläne vor dem Abitur" (Universität zu Köln und WZB) evaluiert die Wirkung eines solchen intensiven Beratungsprogramms, das sich speziell an Oberstufen-Schüler*innen niedriger Bildungsherkunft richtet und unter anderem die Studienaufnahme fördern soll. Zur Evaluation nutzt die Studie ein randomisiert kontrolliertes Design, bei dem 1.404 Schüler*innen der gymnasialen Oberstufe an 31 Schulen in NRW zufällig einer Gruppe mit Programmteilnahme und einer Kontrollgruppe zugeordnet wurden. Ergebnisse zur Programmwirkung kurze Zeit nach dem Abitur zeigen, dass sich trotz einer hohen subjektiven Zufriedenheit kein kausaler Effekt des Programms auf wichtige Dimensionen des Bildungserfolgs beobachten lässt. Im Vortrag werden zudem aktuelle Ergebnisse zur Programmwirkung 1,5 Jahre nach dem Abitur präsentiert, bei denen auch Teilnehmer*innen, die sich unmittelbar nach dem Abitur im Gap-Year befanden, berücksichtigt werden. Abschließend wird erörtert, welche Möglichkeiten, aber auch Engstellungen individuelle Beratungsprogramme, die am Übergang in das Studium ansetzen, für den Abbau von Bildungsungleichheiten im deutschen Kontext aufweisen.

  • Vor dem Hintergrund von Bildungsgerechtigkeit müssen Fähigkeiten und Begabungen junger Menschen unabhängig von ihrer Herkunft systematisch gefördert werden, um auf diese Weise Bildungserfolg und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Das Projekt talents4teachers/teachers4talents setzt hier an: Schüler*innen aus bildungsfernen Milieus sollen für den Lehrerberuf begeistert und auf ihrem Weg dorthin unterstützt werden, um als Lehrkräfte mit einer besonderen biographischen Erfahrung dazu beizutragen, dass Bildungsbenachteiligung in der Schule systematisch behoben werden kann. Zudem sollen Lehramtsstudierende und Lehrkräfte in ihrer Rolle als "Talentscouts" für die Diagnose und Förderung der Talente ihrer Schüler*innen durch die (Weiter-) Entwicklung eines diversitätssensiblen Habitus professionalisiert werden. Das Projekt, das im Rahmen der Ruhrkonferenz von der NRW-Landesregierung gefördert wird, knüpft in den Universitäten an bestehende Strukturen an und entwickelt die Profilschwerpunkte der drei Hochschulen der Universitätsallianz Ruhr weiter. Dafür sollen zudem datengestützt Erkenntnisse über Studienverläufe im Lehramtsstudium gewonnen werden, die aufzeigen, wie die Unterstützung von Studierenden mit unterschiedlichen Voraussetzungen über den gesamten Studienverlauf hinweg gelingen kann. Im Talk stellen die Beteiligten den aktuellen Stand des Projekts vor, um mit den Teilnehmer*innen Möglichkeiten des Projekts hinsichtlich des Abbaus sozialer Benachteiligung zu diskutieren.

  • In diesem Vortrag wird der Online-Workshop "Intensivkurs Studien- und Berufswahl" der Zentralen Studienberatung der Universität Heidelberg als Praxisbeispiel vorgestellt. Der zweitägige Kurs richtet sich an Schüler*innen ab der 11. Klasse und wird von einer Studienberaterin und einer wissenschaftlichen Hilfskraft durchgeführt. Die Teilnehmer*innen erhalten fundierte Informationen sowie individuelle Beratung, die sie befähigen, die verschiedenen Schritte des Entscheidungsprozesses zu bewältigen. Als Lernmaterial stehen ein Portfolio mit Arbeitsblättern sowie verschiedene Video- und Audiodateien zur Verfügung. Diese werden in einer Mischung aus Videokonferenzen, Partnerarbeit sowie individuellen Lernphasen bearbeitet. Diese vielfältigen didaktischen Formate ermöglichen es, den Austausch unter peers und den Kontakt mit den Expert*innen aus der Studienberatung zu nutzen. Der vormals langjährig in Präsenz durchgeführte Kurs ist durch das Online-Format nun auch Schüler*innen aus ganz Deutschland (und darüber hinaus) zugänglich. Das digitale Format ermöglicht einen ersten niedrigschwelligen Kontakt zur universitären Welt, der möglicherweise gerade für Schüler*innen, die als erste ihrer Familie ein Studium beginnen, hilfreich ist. Der Vortrag bietet Praktiker*innen Anregungen für die Unterstützung von Schüler*innen bei der Studienwahl und gibt einen Einblick in erprobte digitale Lernformate, um niedrigschwellige Beratungsangebote zur Studienentscheidung auszubauen.

  • Als Reaktion auf die Covid-19 bedingten Schulschließungen und die sich u.a. dadurch weitende Schere der Bildungsgerechtigkeit wurde das Praxisprojekt #LernenVernetzt konzipiert und umgesetzt. Lehramtsstudierende unterstützen hier Lehrkräfte und Schüler*innen online beim Lehren und Lernen. Der inter- und transdisziplinäre Austausch mit den in #LernenVernetzt engagierten Akteur*innen aus Schule und Universität zeigte, dass die Krisensituation das Brennglas auf drei hinlänglich bekannte Herausforderungen im Bildungsbereich richtet und diese neu konturiert: (1) die Gestaltung des New Learning, (2) das Problem der Digitalisierung und des Digital Divide sowie (3) die Frage, was Bildungsgerechtigkeit im Kontext von New Learning bedeutet. Eine wissenschaftsbasierte gesellschaftliche Debatte zu den skizzierten Problemfeldern und Themenbereichen blieb bisher weitgehend aus. Diese Aufforderung greift das Projekt Lehren und Lernen post Covid-19 auf, das eng mit #LernenVernetzt verzahnt ist. In einem partizipativen Prozess werden multiperspektivische Reflexions- und Denkräume eröffnet und die verschiedenen Akteur*innen aus dem Mehrebenen-System Schule in einen diskursiven Austausch gebracht. Dieses Projekt sowie erste Ergebnisse für ein Impulspapier zu New Learning in und nach der Pandemie sollen im Rahmen eines Talks vorgestellt und mit Blick darauf, welchen praktischen Beitrag die Lehrkräftebildung angesichts der aktuellen Probleme in der Schule leisten kann und muss, diskutiert werden.

  • Schülerinnen und Schüler in Deutschland sind mehrsprachig. Sie verfügen bereits mit Schuleintritt oder zum Zeitpunkt des Zuzugs aus einem anderen Land über Kompetenzen in mehr als einer Sprache oder werden spätestens im Verlauf ihrer Schulzeit durch den formellen Fremdsprachenunterricht mehrsprachig. Dabei sind ihre sprachlichen Kompetenzen in den erworbenen oder gelernten Sprachen sehr unterschiedlich. Im ersten Teil des Vortrags zeigen wir, wie Erwerbsalter und -kontext, Gebrauch der Sprachen und der Zugang zu Bildung unterschiedliche sprachliche Kompetenzausprägungen in den jeweiligen Sprachen bedingen und wie sich diese im Lebensverlauf dynamisch entwickeln. Im zweiten Teil stellen wir didaktisch-methodische Konzepte vor, wie mehrsprachlicher Heterogenität im Unterricht (ressourcenorientiert) begegnet werden kann. Im dritten Teil gehen wir schließlich auf die digitale Transformation ein und zeigen welche Chancen diese für Lehrkräfte bietet, um Schülerinnen und Schüler im Präsenz- und im Distanzunterricht sprachlich zu unterstützen und wie Schülerinnen und Schüler mit und in digitalen Medien ihre fach-/bildungssprachlichen, familiensprachlichen und gesamtsprachlichen Kompetenzen ausbauen können.

  • Besuchen Sie einen der Afternoon Talks 3. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • Auch wenn das Thema Digitalisierung und die Forderung nach digitaler Bildung aktuell auf allen Ebenen diskutiert werden, zeigt sich weiterhin ein Desiderat an Konzepten, Lehr- und Lernmethoden sowie Materialien um Schüler*innen aus dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung an digitaler Bildung teilhaben zu lassen. So mangelt es nicht nur an Lehrkonzepten, Methoden und Materialien, den (angehenden) Lehrer*innen fehlen bislang häufig noch die vielfältigen Kompetenzen um digitale Bildung für diese Schüler*innenschaft zu realisieren. Im Rahmen des Vortrags soll die Lernplattform DiBiGG (Digitale Bildung im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) vorgestellt werden, mit der die Ergebnisse des kooperativen Lehrprojekts (Falkenstörfer/ Keeley) der Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Damit wird dem beschriebenen Desiderat auf zwei Ebenen begegnet. Zum einen werden Lehramtsstudierende befähigt, digitale Bildungsangebote zu entwickeln, zum anderen werden diese dringend benötigten Zugänge und Handlungsprodukte der Praxis (Lehrer*innen und Schüler*innen im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) zur Verfügung gestellt. Der Vortrag skizziert die Elemente des Lehrprojekts und gibt einen Einblick in Aufbau und Inhalt der Lernplattform.

  • Leistungsvergleichsstudien (z.B. PISA, DESI), Standardisierung und Lehrbücher führen dazu, dass Englischunterricht verstärkt transmissionsorientiert gestaltet wird und wenig Raum für pädagogische Arbeit erlaubt (vgl. Gerlach 2020, Bonnet/Hericks 2020). Gerade im 21. Jahrhundert, in dem Populismus an der gesellschaftlichen Tagesordnung steht, muss Unterricht allerdings Lernende sensibel zur Partizipation und kritischer Reflexion anregen und dadurch langfristig einen Beitrag zu einer sozial gerechten Gesellschaft fördern. Um dieser Forderung nachzukommen, wird ein strukturiertes Maßnahmenpaket im Sinne von Critical Literacy vorgestellt (vgl. Gerlach/Lüke 2020, Gerlach 2020), mit dem ein kritisches Bewusstsein auf Seiten der Lernenden angeregt werden kann. Die unterrichtspraktischen Maßnahmen zielen z.B. darauf ab, Lernende durch das kritische Lesen eines Textes auf Gender-Diskriminierungen aufmerksam zu machen und diese zu transformieren.

  • Dass bildungssprachliche Lese- und Schreibkompetenzen eine zentrale Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben darstellen, ist inzwischen weitgehend Konsens. Speziell ist die Fähigkeit, eigene Texte in Orientierung an vorher rezipierten Quellen zu verfassen, für viele Formen beruflichen und privaten Schreibens in bildungssprachlichen Registern unmittelbar relevant. In diesem Zusammenhang kommt der schulischen Förderung materialgestützten Argumentierens eine wesentliche Rolle zu (u.a. Feilke et al. 2016, Philipp 2017). Dies gilt nicht zuletzt auch deshalb, weil übergreifend Argumentationskompetenzen als eine Bedingung für tiefergehende gesellschaftliche Teilhabe zu erachten sind. Dabei sind allerdings die Möglichkeiten für die Aneignung materialgestützten Schreibens in inklusiven Lernsettings ─ in denen unterschiedliche Schüler*innen mit diversen Lernausgangslagen, u.a. mit und ohne Förderschwerpunkte ─ gemeinsam lernen, bis dato noch kaum erforscht. Hier setzt das Lehr- und Forschungsprojekt SpiGU ("Sprachsensibel Lehren und Lernen im inklusiven Geographie-Unterricht") an (Gebele et al. 2020; Budke et al. i.V.). Auf der Basis einer empirischen Rekonstruktion der Herausforderungen unterschiedlicher Lernender setzt sich SpiGU zum Ziel, Unterstützungsformate für materialgestütztes argumentierendes Schreiben im inklusiven Geographieunterricht der SEK I zu entwickeln. Im Vortrag berichten wir über Forschungsergebnisse aus dem ersten Projektjahr.

  • Um Bildungschancen in Deutschland nachhaltig zu verbessern, müssen wir auch die Hochschulen als (Re)produzentinnen von sozialer Ungleichheit in den Blick nehmen. Zum einen, da Hochschulen die Personen ausbilden, die verantwortlich sind für die schulische Bildung unserer Kinder und zum anderen, da auch der Zugang zu universitären Bildungs- und Karrierewegen stark geprägt ist von der sozialen Herkunft und dem sozio-ökonomischen Kapital einer Person. Gerade dieser zweite Aspekt gewinnt vermehrt Aufmerksamkeit im Bereich des Diversity Managements. Häufig fehlt es hierbei jedoch an umfassenden Strategien, damit Maßnahmen nicht nur Einzelne adressieren, sondern auch nachhaltig in das System hineinwirken und es verändern. Die Universität zu Köln hat das Thema Bildungsgerechtigkeit in ihrer Strategie Chancengerechtigkeit verankert und verfügt über unterschiedliche Maßnahmen. Die deutschlandweit einzigartigen Programme SHK-Stellen für Studierende der ersten Generation und Erste Generation Promotion Mentoring+ setzen dabei auf eine gezielte Unterstützung der Teilnehmenden und binden dabei fortgeschrittene Wissenschaftler*innen als Mentor*innen und Multiplikator*innen ein. Im Talk möchten wir gemeinsam mit dem Publikum darüber sprechen, wie sich Bildungsgerechtigkeit als systemischer Aspekt von Diversity Management am besten fördern und gewinnbringend weiterentwickeln lässt.

  • Dieses qualitative Forschungsprojekt geht der Frage nach: "Welche Habitusformierungen lassen sich nach einem Übertritt von einer Mittelschule (öst. Variante der dt. Hauptschule) in die Oberstufe eines Gymnasiums finden?". Thematisch lässt sich dies im bildungswissenschaftlichen Diskurs zu Bildungsgerechtigkeit und Inklusion verorten. Vor dem Hintergrund der empirisch nachweisbaren sozialen Selektivität des österreichischen Schulwesens, scheint es sinnvoll, auch die Übertrittsprozesse in die Sekundarstufe II, mit besonderer Berücksichtigung von Übertritten aus einer Mittelschule in eine allgemeinbildende höhere Oberstufe, zu erforschen. Interessant ist hierbei, dass der milieuspezifische Habitus der Schüler*innen und der institutionelle Habitus der Schulformen bisher selten Gegenstand der Bildungsforschung waren. In diesem Zusammenhang weisen die ersten Forschungsdesiderate des Projektes darauf hin, dass ein erfolgreicher Übertritt in eine gymnasiale Oberstufe, ein Prozess mit einer habituellen Anpassungslogik zu sein scheint. Alte Handlungs- und Denkmuster funktionieren nicht mehr und neue müssen erlernt und inkorporiert werden, um in der "neuen" Schulkultur erfolgreich zu sein. Methodologisch wird in diesem Forschungsprojekt (zehn Interviews mit ehemaligen Hauptschüler*innen nach ihrem Übertritt in eine höhere Schule) in Anlehnung an die objektive Hermeneutik (Oevermann) und spezifisch methodisch mit der sequentiellen Habitusrekonstruktion (Kramer) gearbeitet.

  • Das Forschungs- und Nachwuchskolleg (FuN-Kolleg) "Heterogenität gestalten – starke Grundschulen entwickeln" der Hochschulen Schwäbisch Gmünd und Weingarten untersucht Facetten von Heterogenität aus interdisziplinären Perspektiven. Die beiden Teilprojekte unserer Arbeitsgruppe (PH Gmünd) werfen aus soziolinguistischer (qualitative Studie) und soziologischer Sicht (quantitative Studie) einen Blick auf sprachliche und sozialraumbezogene Diversität an Grundschulen in Baden-Württemberg. Satu Guhl nimmt im Rahmen ihres Projekts zu Language Education Policies Sprachpraktiken in Vorbereitungsklassen für neuzugewanderte Schüler*innen in den Blick. Die Einrichtung dieser Klassen dient laut Kultusministerium (BW) dem Ziel der Vermittlung von Sprachkenntnissen als Fundament einer gelingenden Integration. Die überaus heterogene Gruppe neuzugewanderter Schüler*innen befindet sich daher im Brennpunkt sprachpolitischer Auswirkungen und multilingualer Spracherwerbsprozesse. Martina Funk untersucht in ihrem Projekt den Einfluss des Sozialraums auf die Leistungen von Schüler*innen. Mit der indikatorengestützten Beschreibung und Vermessung von Sozialräumen ist das Ziel verbunden, sozialräumliche Disparitäten zu identifizieren. Dabei sollen konzeptuelle sowie empirisch-methodische Herausforderungen erörtert werden. Beide Beiträge verfolgen die Spur, sich Verflechtungen von sprachlichen und raumbezogenen Ungleichheiten anzunähern.

  • Besuchen Sie einen der Workshops der Session 1. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • Schüler*innen sind transnational mobil. Dazu gehört, dass Auslandsaufenthalte für sie sowohl zu den kurzfristigen Perspektiven während der Schulzeit gehören als auch auf längere Sicht als eine realistische Möglichkeit betrachtet werden. Das hat unterschiedliche biografische wie auch strukturelle Gründe. Wenn Schulen auf die Zukunft vorbereiten wollen, müssen sie berücksichtigen, dass Schüler*innen nicht nur in Deutschland leben werden. Wie Schulen mit dieser transnationalen Mobilität umgehen können, wurde in dem 2021 abgeschlossenen Forschungs- und Entwicklungsprojekt TraMiS untersucht. Gemeinsam mit 12 Schulen wurden Bedarfe in diesem Bereich diskutiert und Impulse für Schulentwicklung erarbeitet. Der Workshop beginnt mit einer Einführung in das Thema transnationale Mobilität aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive. Danach haben die Teilnehmenden Gelegenheit, sich in Gruppen mit im Projekt entwickelten Materialien (Comics, Handouts) zu unterschiedlichen Aspekten von transnationaler Mobilität und den sich daraus ergebenden Handlungsbedarfen in Schule und Bildungspolitik auseinanderzusetzen. Im abschließenden Plenum wird diskutiert, welche Schlüsse für die eigene Praxis gezogen werden können.

  • Seit dem Frühjahr 2020 ist durch COVID-19 das Lernen für Schüler*innen (SuS) zum Teil erheblich erschwert, wobei sich besonders bei jenen Lücken auftun, die schon in "normalen" Zeiten Probleme hatten, dem Unterricht zu folgen. Daher hat das Bildungsbüro der Stadt Kaiserslautern in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der TU Kaiserslautern und dem städtischen Referat Schulen für die Sommerferien 2020 die "Sommerschule Kaiserslautern" entwickelt, um Unterrichtsstoff nachzuholen, der beim selbstständigen Lernen im "Homeschooling" nicht erarbeitet werden konnte und so mehr Bildungsgerechtigkeit schaffen zu können. Die Betreuung der teilnehmenden SuS übernahmen Lehramtsstudierende, die vom ZfL akquiriert, auf ihren Einsatz vorbereitet und währenddessen begleitet wurden. Zwei Wochen arbeiteten sie als Tutor*innen mit knapp 200 SuS der 5. bis 8. Klasse in kleinen Lerngruppen den Stoff verschiedener Fächer auf. Ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm im Wechsel mit dem Lernangebot rundete die Sommerschule ab. Für die Sommerferien 2021 ist aufgrund des großen Zuspruchs eine Neuauflage des Kaiserlauterer Modells geplant. Im Workshop werden die Referentinnen das Konzept der Sommerschule eingehend darstellen sowie seine Optionen, Vorteile und Risiken aufzeigen. In Kleingruppen wird anschließend mit den Teilnehmenden erarbeitet, wie die Idee der Sommerschule an die jeweiligen lokalen Gegebenheiten adaptiert und umgesetzt werden könnte.

  • Bewegung als Ressource der gesunden kindlichen Entwicklung ist durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen und in der Pädagogik allgemein anerkannt (Zimmer, 2020). Dennoch sieht der Schulalltag vieler Kinder anders aus; sie verbringen sehr viel Lernzeit im Sitzen auf Stühlen und an Tischen. Im seit über 20 Jahren an 300 bis 400 Waldorfschulen weltweit erprobten Bewegten Klassenzimmer werden die Kinder durch in alle Unterrichtsphasen integrierte Bewegungsspiele und -übungen kontinuierlich zu vielfältigen Sinneserfahrungen und Bewegungsaktivitäten angeregt (Auer & Wiehl 2021). Wie in der "Bewegten Schule" (Brägger et al. 2020) bedarf es geeigneter Räume und Möbel, der Bewegungsvielfalt innerhalb und außerhalb des Unterrichts, variabler Sozial- und Lernformen, kollegialer Zusammenarbeit und einer entsprechenden Qualifikation der Lehrkräfte. Diese sollten über Kenntnisse der gesunden kindlichen Entwicklung (Wiehl 2020) und der für das Lernen in den Anfangsklassen notwendigen Fähigkeiten (Auer 2017) sowie über diagnostische und selbstreflexive Methoden verfügen. Eine innovative und inklusive Pädagogik wie im Bewegten Klassenzimmer ist nur auf dieser Grundlage nachhaltig möglich (Barth 2020). Nach einer Einführung in das Bewegte Klassenzimmer und die anthropologischen Grundlagen soll die Vignetten-Arbeit als Reflexionsmedium für die Ausbildung einer professionellen pädagogischen Haltung, einer inklusiven Diagnostik und insbesondere für die Unterrichtsentwicklung erprobt werden.

  • Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts UDIN - Unterrichtsentwicklung in der Sekundarstufe I digital und inklusiv durch Research Learning Communities (gefördert vom BMBF) werden kooperativ digital gestützte inklusive Lernarrangements entwickelt. Dabei geht das Projekt von einem weiten Inklusionsverständnis aus. An der in Netzwerken (Research Learning Communities) organisierten Entwicklungsarbeit sind Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und Wissenschaftler*innen beteiligt. Ziel des Projektes ist es, die erprobten Lernarrangements langfristig in den beteiligten Schulen und darüber hinaus zu etablieren und somit Bildungsbarrieren abzubauen und soziale Disparitäten zu verringern. Die kooperativ entwickelten Lernarrangements werden von den Lehrkräften an ihren jeweiligen Schulen erprobt und in einem datenbasierten Prozess (Design Based Research) reflektiert und weiterentwickelt. Im Workshop werden ausgewählte Lernarrangements vorgestellt, indem einerseits die theoretischen, bildungswissenschaftlichen bzw. didaktischen Überlegungen präsentiert und andererseits Erfahrungen aus der Umsetzung in der Praxis sowie die Ergebnisse der Begleitforschung gegeben werden. Anhand dieser konkreten und erprobten Beispiele möchten wir mit den Teilnehmenden das Transferpotenzial (z.B. für andere Fächer, Schulstufen oder Schulformen) ausloten und diskutieren, welchen Beitrag Digitalisierung zu mehr Chancengerechtigkeit leisten kann.

  • Wie können alle Lernende in ihrer Unterschiedlichkeit an einem lernförderlichen Raum partizipieren? Im Rahmen von "school is open" – Innovationsprojekt für Studium und Lehre in den Bildungswissenschaften der Universität zu Köln von 2008 bis 2021 – wurde gedacht, entwickelt und ausprobiert. Im Workshop teilen Frieder Schumann und Silke Bettina Kargl, die auch bei der Gründung der Inklusiven Universitätsschulen der Stadt Köln, Heliosschulen dabei waren, ihre methodische Expertise. Als Lehrkräfte, Bildner*innen, Partizipationsförder*innen und Lernbegeisterte lernen Sie im Workshop Formate wie Inclusion and Me oder das Education Lab und die Anwendung digitaler Tools aus dem Erfahrungsschatz der Trau-Dich-Initiative "school is open" kennen. Sie erleben wie #diversity gelebt, entdeckt, erforscht und gefeiert werden kann. Und gemeinsam sprechen Sie darüber, wie Sie in ihrem Team die Wunschmaschinen anwerfen können.
    Film zum Projekt: YouTube/schoolisopen
    Infos unter: schoolisopen.uni-koeln.de

  • Man muss nicht Lehrer*in werden wollen, um sich mit biographiebasierter Reflexion zu beschäftigen. Es reicht manchmal auch schon, Zeit zu finden, über sich nachzudenken, Impulse zu erhalten, wie man sich auf die Spur kommt und diese dann für sich ausbauen kann, und - nicht zuletzt - gute Gesprächspartner*innen zu finden, die sich für die eigenen Gedanken interessieren, zuhören und ihre Perspektive dazu einbringen. Im Workshop geht es zunächst darum, die biographiebasierte Reflexion als Teil der Entwicklung von Reflexionskompetenz in der Lehrer*innenbildung vorzustellen, wie sie zurzeit am ZfsL Leverkusen erprobt wird. In einem zweiten Schritt geht es darum zu zeigen, wo und wie die Ansätze im Schulalltag ihren Platz finden und welchen Beitrag sie zu mehr Bildungschancen für Schüler*innen leisten könnten. Neben schulinternen Implementationsideen geht es in einem nächsten Schritt auch darum, gemeinsam mit den Teilnehmenden auszuloten, welche Chancen in bi- oder multinationalen sowie schulformübergreifenden Projekten liegen könnten, die durch die biographiebasierte Reflexion begleitet werden.

  • Das Programm LehrkräftePLUS richtet sich an geflüchtete Lehrkräfte, die sich in ihren Herkunftsländern für den Lehrer*innenberuf qualifiziert haben, über langjährige Praxiserfahrungen verfügen und sich für eine Tätigkeit an einer Schule in Deutschland weiterqualifizieren möchten. Das Konzept des Programms besteht aus den folgenden vier Bausteinen: berufsbezogene Deutschsprachkurse, bildungswissenschaftliche und fachdidaktische Seminare, begleitete Praxisphasen an Schulen sowie berufliche Beratungsangebote. Die Bausteine werden in dem einjährigen Programm parallel an der Universität zu Köln sowie an Schulen des Regierungsbezirks Köln absolviert. Auf diese Weise lernen die Lehrkräfte das Schulsystem in Nordrhein-Westfalen kennen und entwickeln ihre Fähigkeiten im Deutschen sowie ihre fachdidaktischen Kompetenzen weiter. Ein besonderer Fokus wird dabei auf das Thema der Mehrsprachigkeitsdidaktik gelegt, welche an den sprachlichen Fähigkeiten der Teilnehmenden anschließt. Im Talk wird ein Überblick über das Programm LehrkräftePLUS Köln gegeben und im Anschluss ein Gespräch zu den Erfahrungen im Programm mit im Programm Tätigen sowie einer am Programm teilnehmenden Lehrkraft und ihrer schulischen Mentor*in in den Praxisphasen geführt. Wir laden Sie herzlich ein, an dem Talk teilzunehmen.

  • Besuchen Sie einen der Workshops der Session 2. Die Auswahl erfolgt während der Tagung.

  • Wie können wir Lernwelten gestalten, die für alle zugänglich sind und Ungleichwertigkeitsideologien abbauen? Aktuell erleben Lehramtsstudierende und Lehrkräfte Antisemitismus zunehmend als virulentes Phänomen in der deutschen Gesellschaft. Sie begegnen in Schulen verschiedenen Formen von Antisemitismus, worauf sie nur unzureichend in der universitären Ausbildung vorbereitet werden. Diese Gedankenstrukturen, Emotionen und Vorgehensweisen sind gesellschaftlich tradiert. Antisemitismus hat sich "als Gefühlswert in der geistigen Genetik der europäischen Geschichte verankert" (Schwarz-Friesel 2019: 15). Wie schnell sich an antisemitische Verschwörungsphantasien angedockt werden kann, wurde in der Corona-Pandemie besonders deutlich. Die antisemitischen Gedanken, Gefühle und daraus folgenden Handlungen sind jederzeit und weltweit abrufbar. Der Online-Kurs "Digital gegen Antisemitismus" bietet Lehramtsstudierenden und praktizierenden Lehrkräften vielfältige OER-Materialien zur Arbeit gegen Antisemitismus an. Die digitalen Bildungsmaterialien wurden von Lehramtsstudierenden gemeinsam mit "school is open" erarbeitet. Format und Umfang der digitalen Lernmaterialien sind dabei als Work in Progress zu verstehen, da Inhalte von den Nutzer*innen immer weiter entwickelt und aktualisiert werden können.Auf der ZfL-Tagung #Bildungschancen teilen Laura Franke und Silke Kargl Eindrücke aus dem Arbeitsprozess mit den Lehramtsstudierenden zur Herstellung der digitalen Bildungsmaterialien. Sie geben einen Überblick über die Inhalte der vier Lernmodule in ihrer Relevanz für eine zieldienliche Arbeit gegen Antisemitismus. Vor allem werden die Teilnehmenden die Chance erhalten, die Lernmodule und Anwendungsbeispiele für Hochschule und Schule selbst zu erkunden.

  • In Deutschland wird mittlerweile in jedem Bundesland die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in den Rahmenlehrplänen berücksichtigt (Spahn: 2018, 150). Für moderne Fremdsprachen der Sekundarstufe I an Gymnasien sehen beispielsweise die Kernlehrpläne in Nordrhein-Westfalen sogar vor, dass die geschlechtersensible Handlungskompetenz einen Baustein im Unterricht darstellt. Doch wie sieht das in der Realität aus? Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit im deutschen Bildungswesen ist noch weit verbreitet, was erhebliche Konsequenzen für die Bildungsgerechtigkeit und Bildungschancen aller bedeutet. Im Zuge dessen ist der Wunsch seitens der Betroffenen groß, dass die Schule offensiver im Kampf gegen Genderdiskriminierung auftritt (vgl. Unesco: 2016, 42-46). Ein Weg ist die Sichtbarmachung von Gendervielfalt im Unterricht. Doch ein Blick in die Lehrwerke für die modernen Fremdsprachen zeigt, dass die Sichtbarkeit der LGBTIQ* Gemeinschaft noch stark unterrepräsentiert ist. Gleichzeitig gehört die geschlechtliche Vielfalt zur Lebenswelt der Schüler*innen, sei es durch die eigene Zuschreibung, den Medienkonsum oder durch Familie und Freund*innen (vgl. Palzkill/Pohl/Scheffel: 2020). Wie kann also die Sichtbarkeit von und die Sensibilisierung für die LGBTIQ* Gemeinschaft im modernen Fremdsprachenunterricht erfolgen? Der Workshop will im Sinne des pädagogischen Doppeldeckers aus methodischer und didaktischer Sicht Wege aufzeigen, wie einfach ein gendergerechter sowie intersektionaler Unterricht konzipiert und durchgeführt werden kann. Nach einem Eisbrecher ("Einen Schritt nach vorne") wird es einen kurzen theoretischen Input geben. Im Anschluss werden die Teilnehmenden in fachspezifischen Gruppen ausloten, wie sie selbst Lehrmaterialien gendergerecht aufbereiten können. Abschließend wird anhand einer kompetenzorientierten Übung zum Hörsehverstehen (exemplarisch am Fach Englisch) erörtert, wie die Gendervielfalt im Fremdsprachenunterricht einfließen kann.

  • Die aktuelle Situation hat der Diskussion um Digitalisierung eine neue Dynamik gegeben. Während dabei jedoch hauptsächlich infrastrukturelle Grundlagen und Ausstattungen in den Vordergrund gestellt werden, sollte der Blick stärker auf strukturelle Veränderung von Schule als Organisation gelenkt werden. Welche Möglichkeiten und Chancen ergeben sich, Lehr-Lern-Prozesse individueller und passgenauer zu gestalten und dies institutionell zu verankern? Ausgehend von den in der Arbeitswelt unter dem Stichwort "New Work" versammelten Ansätzen soll in dem Workshop erarbeitet werden, wie auch Schule durch Digitalisierung beeinflusst wird, welche Chancen entstehen, aber welche neue Formen der Benachteiligungen entstehen können? Nach einer kurzen Einleitung zu "New Work" soll anhand institutioneller und organisatorischer Charakteristika der Blick auf Schule gelenkt werden: Wie können Lehr-Lern-Situation gestaltet werden? Wie können Lernorte aussehen? Wie verändert sich die Rolle zwischen Lehrkräften und Schüler*innen und welchen Einfluss hat dies auf das Professionalisierungsverständnis von Lehrkräften? Wir laden die Teilnehmenden ein, ihre Ideen und Praxisbeispiele einzubringen, um diese Fragen gemeinsam in einer Gruppenarbeitsphase zu diskutieren. Abschließend wollen wir im Plenum darauf aufbauend den Versuch unternehmen, New Work im Kontext Schule zu erörtern und darin liegende Chancen und Hemmnisse für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sammeln.

  • Bildungsgerechtigkeit bedeutet allen Kindern die erfolgreiche Teilhabe an Bildung zu ermöglichen, damit sie befähigt werden, an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen. Unsere Gesellschaft ist durch Digitalisierung geprägt (Stalder 2017) und von Innovationen (Gryl 2013) geleitet. Somit bilden Innovativität – die Fähigkeit an Innovationsprozessen teilzunehmen – (Scharf et al. 2019) sowie digitalisierungsbezogene Kompetenzen (u. a. Vuorikari et al. 2016) eine wichtige Voraussetzung für mündige gesellschaftliche Teilhabe und Partizipation (Hart 1992). Angehende Lehrer*innen müssen befähigt werden, entsprechende Kompetenzen von Schüler*innen zu fördern. Das interdisziplinäre Fach Sachunterricht bietet Raum, sich den komplexen Themenfeldern Digitalisierung, Innovation und Partizipation vielperspektivisch und lebensweltorientiert zu nähern. Vorgestellt wird ein Lehr- und Forschungsprojekt am Institut für Sachunterricht (ISU): Im Rahmen des Berufsfeldpraktikums erwerben Studierende digitale Kompetenzen und erlernen die am ISU entwickelte Methode der Innovativitätsfördernden Simulation (Weis et al. 2017). In einer Praxisphase an Partnerschulen führen sie mit Schüler*innen eine solche Simulation durch und ermöglichen ihnen, reflexive und innovative Lösungen für lebensweltnahe Probleme zu entwickeln und ihre Ideen medial aufzubereiten sowie (fakultativ) online zu veröffentlichen. In dem interaktiven Workshop erproben und diskutieren Teilnehmende Methoden und Materialien des Projekts.

  • Lassen Sie uns den zweiten Tag gemeinsam ausklingen.

  • In seiner Keynote kritisiert Daniel Jung, der "Rockstar der Mathematik" (FAZ) die Politik und fordert eine digitale Lern-Revolution. Computer allein reichen dazu nicht aus, es komme auf die Pädagog*innen und die Pädagogik an. "Wir brauchen neue didaktische Konzepte, um aus analogen Klassenzimmern digitale Lernorte zu machen", findet Daniel Jung. Mit seinen erfolgreichen YouTube-Tutorials macht er seit Jahren vor, wie Bildung heute aussehen kann. Im Vortrag entwirft er Konzepte für eine digitale Lern-Revolution und stellt Beispiele vor. Sein Credo: Individuelles Lernen statt standardisierter Bildung. Vor allem aber macht er deutlich, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, sie umzusetzen: Kinder müssen umfassend auf die Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz vorbereitet werden – sonst verspielen wir unseren Wohlstand und unsere wirtschaftliche Zukunft. Mit seinem Aufruf zur digitalen Bildungs-Revolution erweitert er die Diskussion um die aktuelle Bildungs-Politik des Bildungs-Experten Jürgen Kaube ("Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder?") und des Kinder- und Jugend-Psychiaters Michael Winterhoff ("Deutschland verdummt") um den Aspekt der digitalen Bildung.

  • Engagieren Sie sich in einem Barcamp - als Sessiongeber*innen oder als Mitwirkende*r. Ein Barcamp verfolgt das Prinzip der Augenhöhe: jede*r kann ein Thema einbringen, etwa in Form eines Vortrags oder einer Diskussionsrunde – und entscheiden, wo er oder sie mitmacht. Im besten Fall entsteht ein intensiver Wissensaustausch, Ideen werden generiert, Projekte angestoßen und Kontakte geknüpft.

  • Wir blicken zurück auf drei Tage vielfältigen Input und Austausch. Welches sind die wichtigsten Faktoren der Bildungsgerechtigkeit? Was muss als nächstes getan werden? Von welchen Beispielen können wir lernen? Freuen Sie sich auf eine spannende Diskussion!


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